Und bitte !0
Wenn man an einem Drehbuch schreibt, was ich in letzter Zeit immer öfter tue, hat man immer ein zwiespältiges Gefühl. Auf der einen Seite spürt man selbst seine eigene Genialität, Vorstellungskraft und Eloquenz. Auf der anderen Seite hat man immer Bedenken, ob die großartigen Ideen auch genauso großartig auf der Leinwand umgesetzt werden können. Man hat Angst, dass die Schauspieler ihren Text nicht können, dass das Licht unpassend ist und dass der Ton zu wünschen übrig lässt. Wie gerne würde ich all diese Bedenken einfach über Bord werfen und meine eigene Klassigkeit still bewundern, doch leider kann ich das nicht, denn der Finanzierungsplan der Firma Pausefilm, für die ich arbeite, bewegt sich zurzeit leider noch im einstelligen Millionenbereich.
Ich bin Autorenfilmer, dass heißt, dass ich versuche, die wichtigsten Aspekte, ausgenommen die Kamera und den Schnitt, der Filme, die ich mache, selbst zu gestalten. Der Dreh an sich macht mir persönlich viel mehr Spaß als die Vorlage dazu zu schreiben, man kann wichtige Dinge lernen, Anweisungen geben, den Darstellern zusehen, über Versprecher lachen und sich auf seinem Regiestuhl unglaublich wichtig fühlen. Doch auch wenn es so viel Spaß macht, versucht man doch immer, ernst zu bleiben und das Beste aus seinen bescheidenen Mitteln herauzuholen, was mir bisher -zugegeben- nicht immer gelang. Daher will man als Autorenfilmer seine technischen Möglichkeiten ständig verbessern, neue Kameras kaufen, eine Tonangel zusammenzuschrauben und mit Hilfe von diversen Nachbearbeitungsprogrammen und Spezialeffekten das Ganze etwas aufpolieren.
Doch egal was für ein tolles Equipment man besitzt, man muss immer wieder bedenken, dass man alleine keine Filme machen kann. Hinter jedem Werk stehen dutzende von professionnellen Mitarbeitern, die sich aufopferungsvoll darum kümmern, dass der Oberbeleuchter immer schön genug Kaffee hat.


