Polemie
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Kevin

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Wegen doofer Zwischenfälle, konnte ich Dich, lieber Blog, lange nicht auf dem Laufenden halten. 

Der Umzug kommt voran. Stetig aber doch stets. Ich erzähle Dir mal etwas davon, was meinst Du? 

 

Es ist nicht groß hier, dafür ist viel da. 

Nun ja, wie Du dir sicherlich denken kannst, habe ich nun endlich wieder Internet und kann dich endlich wieder füttern. 

Wieso ich so lange offline gewesen bin, hat auch einen, wenn auch schlichten Grund: Leitung war “aus” Wie, willst du wissen? 

Es lief so: 

Montagmorgen sollte ein Techniker antreten und ich dachte mir: “Wenn der kommt, dann zu spät und nicht heute..” 

Er kam am nächsten Tag, und zu spät. Halb zwölf, anstatt zehn Uhr und ich hatte Hunger, und ab da begann meine Odyssee. Aber vorerst noch ein kleiner Blick in die Vergangenheit, was so während des Auszugs geschah. 

 

Samstagmorgen, Altbau, vierter Stock, die alte Wohnung. 

Ich betrete die Haupthalle über den Westflügel 

Luft ist geschwängert mit Lügen 

Man ist immer so alt wie man sich lügt 

Da ist man dann besser dabei 

Und jeder Satz beginnt mit eigentlich 

Und endet nicht. 

 

Aber ich schweife ab. 

Samstagmorgen, Altbau, vierter Stock, die alte Wohnung. 

Kisten en Masse warten auf einen Abtransport. 

Es ging um halb vier endlich, nach einem ausgiebigem Mittagessen, los. Ich und mein Vater, mein Vater und ich und der Mietwagen sind losgecruised und gegen halb elf angekommen. Bei der Abfahrt zeigte das Navigationsgerät eine Ankunftszeit von halb zwölf nachts an. Kurz vor halb elf sind wir dann angetreten. 

Wir hatten die Zeit überholt. 

 

Weiter im Text. Hier die Suite. 

Die letzen zwei Tage bin ich alleine im Haus geblieben. Bzw. der 140qm Wohnung des Hauses im Grünen. 

Es ist gerade warm. Verdammt warm sogar. 

Gestern war ich beim Bäcker. Ca. 600 Meter Laufen, bis zur Zivilisation und gegenüber sogar: Ein Ferrari-Händler 

Neben dem Bäcker ist ein Kosmetikgeschäft und auf der anderen Seite ein kleiner, gemütlicher Kiosk, in dem ich bis jetzt nie gewesen bin, da es dort etwas modrig mufft. Mein heutiger Tag verlief relativ normal, mit der Ausnahme, dass es ab mittag heiß herging. Wörtlich. 

Aufgestanden, Zähne nicht geputzt, da ich bis soeben weder Zahnbürste, noch Zahnpasta (Zahnpasta… Oder Zahnpaste? Zweites wäre “besser” Es sind ja keine Nudeln. Obwohl.. doch, durchaus.. aber das nur nebensächlich, ich schweife mal wieder ab…) gehabt habe. 

Ich wartete auf den Techniker, habe gewartet, und gewartet und gegen zehn bekam ich Hunger. Zeit fürs Frühstück. Nur leider hatte ich heute nichts im Haus, ich müsste zum Bäcker, aber was ist, wenn der Telemann dann antanzt, wenn ich essen bin? Es wurde zehn nach Zehn. Viertel nach. Zwanzig nach… Ich begann, einige Kisten aus dem Wohnzimmer (1.Stock) in die dazugehörigen Zimmer zu bringen. 14 der Kisten waren beschriftet mit “Eltern”, und deren Zimmer ist im 3. Stock. Na toll. Ich habe sie hochgebracht. Alle! Und einige, ca. 12 davon waren verdammt schwer. Es ist nicht so, dass meine Eltern 14 Kisten für sich hätten, nein! 14 waren unten. Der Rest schon oben. Ich habe alle Betten aufgebaut, den Schrank meines Bruders (ansonsten ist in jedem Zimmer ein Wandschrank, eig. “coole” Idee. Beim Schrankschleppen schwitzt man ja, wird warm…) 

 

Es wurde mit Ach und Krach und Müh und Not halb 12, der Typ kam. Bzw, rief mich an, er finde den Weg nicht. Ich bin nach vorne, was nicht so ein kurzer Weg ist, wie es das Wort beschreibt. Schlappe 150 Meter sind es bis zur Zufahrt auf die Hauptverkehrsstraße, auf der zwar selten Autos fahren, die jedoch extrem lang ist. Ach ja, ich wohne nun in Hausnummer 1224! 

Er weg. Uhr zeigte halb eins, das Telefon eine unbekannte, mir zumindest, Nummer an. Das Telefonat mit einem Computer war angenehm. Ohne Widersprüche. Es ging um eine Internetverbindung. Nun ist es kurz vor eins gewesen. 

 

Ich mag die Spiegelung der Luft 

Und wenn die Sehnsucht nie verpufft 

Den Glanz des Lebens in einem Tag 

Ich mag den Zweifel der an mir nagt 

Wenn meine Angst mich schnell verlässt 

Ich mag den Tanz, das Idiotenfest 

Wenn wir irren nachts im Kreis 

Eine Bewegung gegen den Fleiß 

All das mag ich, all das mag ich 

Aber hier leben, nein danke! 

 

Gegen halb zwei bin ich vor die Tür, Essen holen wollen. Die Hauptverkehrsstraße geradeaus, im Zickzack durch die Zeit. Mit Entsetzen stellte ich fest: Der Bäcker hat Dienstags geschlossen. Macht ja nichts, da ist ein Kiosk, vielleicht gibt es da Sandwitches oder so. Oh, auch zu. Danke, Tanke, du bist ja 2 Minuten weiter. (Mittlerweile bin ich fast einen km gelaufen) Kein Auto da. Ein Schild an der Einfahrt: Wegen Ausfalles geschlossen. 

Nun ja, was verlaufen wird er ja, nur Tanken geht nicht. Bin rein und wurde herausgebeten. Nun ja, pling machte es, es gibt hier doch einen Supermarkt, das weiß ich, den hab ich gesehen, auf dem Weg irgendwo hin. (Ich habe einen sehr ausgeprägten Orientierungsinn und ein immenses Erinnerungsvermögen was die Geographie betrifft) Ferrarihändlerkreisverkehr links, Berg hoch. Nach einer Viertelstunde des mittlerweile gewesenen Trabens, und der Erschöpfung, die sich breit machte, wegen der 38° im Schatten, gab ich fast auf. Nun ja, dachte ich mir, wenn ich schon so weit oben bin, nutze ich die Situation mal aus, und erkunde den oberen Teil der Kleinstadt / des Großdorfs und nach 10 weiteren Minuten sah ich ein Schild, das einen Supermarkt deutete. Toll! 

In die besagte Straße abgebogen, eine Horde Dorfdeppen erblickt. Irgendetwas, nicht koscheres, rauchend, gangsterten sie in der Ecke rum. Was sie von denen aus der Stadt unterscheidet: Stil und die fehlenden, lauten, Handylaute, Musik kann man es nicht nennen. 

Ich ignorierte sie, bin vorbei, machte meine Musik, Tocotronic, lauter. Hi, Genialität! 

Hi hörte ich auch von Kevin und Co, die sich sehr für den Neuen des Dorfes zu interessieren scheinen. Nun ja, nach einem fünf minütlichem Gespräch bin ich weiter, Richtung Supermarkt, der sich eher als Hypomarkt herausstellte, aber egal. Nun, wie soll ich sagen, der Laden war dicht. Es war nun bald halb drei und ich hatte noch nicht gefrühstückt. Der Hunger legte sich nach und nach und allmählich begann die Verzweiflung mich zu quälen. Ich bin also den Berg wieder hinab, an der Truppe Grufties vorbei und nach unten. Am Kreisverkehr sah ich ein Schild. bzw. sah es vom Kreisel aus. Das Schild lag weit entfernt. nach einem 15 minütlichem Trip sah ich einige Schilder und so, es waren aber Straßen- und Busschilder. 

Auf dem Boden ein Prospekt. Vom Supermarkt. Ich hob es lachend auf, wendete es, las es, auf dem Weg nach dem neuen Zuhause, ausgiebig und erblickte eine Angabe über die Öffnungszeiten des selbigen. Mittagspause von 12:00 bis 15:00 

Nun, ich bin also wieder den ganzen Berg rauf, die Styler hatten einen Lütten in der Mangel. Ich trat dazu, verfolgte das etwas und trat erneut, nun dazwischen. Sie, pardon, verarschten ihn. Der kleine Rumäne, der kaum Französisch sprach/verstand, kapierte das nur nicht, bis ich ihm das erklärte. Er wollte, wie ich, zum Supermarkt. Ich sagte ihm, er öffne in 10 Minuten und ginge mit ihm hin. 

Was mich überraschte, die Jugendlichen fanden das gut, dass ich dazwischen gegangen bin. Einer von denen, so nen laufender Meter, der einzige Antipathist, fragte ob ich mich jetzt wohl für cool hielte. Ich konterte nach einem Blick nach unten auf seine blond/schwarz gefärbte Frisur, sagend: 

“Nicht jeder Respekt gegenüber jemandem wird mit Aversion bestraft. Tut mir leid, aber cooler bin ich jetzt nicht.” 

Der Kleine, sprudelnd vor Euphorie trat hinter mich. 

Tja, dann rein, wat zu Essen holen. Der Junge wollte Eis und deutete auf einige Packungen und dann den Preis, mir einer selbstverständlichen Einfachheit verstand ich ihn. Er wollte Eis, hatte zu wenig Geld. Im Nachhinein erfuhr ich, dass er seit einem Tag im Ort ist und im Wohnwagen logiert. 

Knapp zwei Euro hatte er bei sich. Ich zehn und gab ihm drei ab. Sollte man das? Nun ja, er tat mir leid, und es war wirklich warm. Nach dem Verlassen des Ladens suchte er in der Mülltonne nach einer Tüte. Ich verabschiedete mich flüchtig, er rief ein “Danke” hinterher. 

 

Zuhause angekommen verabschiedete sich das Internet und kam soeben wieder. 

 

Das war’s an erwähnungswürdigen Gegebenheiten. 

Für heute.

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Kehricht

Kehricht
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Ich grüße Sie herzlichst, 

Vereinigte Staaten! 

Politisches Arschgesicht 

Und kein Pardon! 

Einspruch, roll on. 

Versteckte Fakten. 

 

Wir haben viel gesiegt: 

Gegen Bulimie und den Faschismus, 

Weswegen man Krieg kriegt. 

Wir schaffen auch die Vogelpest, 

Rassismus und den politischen Asbest 

Wie unser Zeitgenosse Bush. 

 

Es ist nur eine Frage der Zeit 

Wie kennen dich, du USA 

Für Einsehen sind wir nicht bereit. 

Wir sehen und verstehen dich nicht 

Tut Dir Leid, au Revoir. Man sieht sich. 

Ihr Staaten von Amerika 

 

Kapitalisten wie Ihr 

Können wir nicht leiden. 

Hier herrscht schon Hartz IV. 

Cola und Intel sind schön anzusehen. 

Wisst Ihr was? Bleibt, Ihr sollt nicht gehen, 

Lieber weiter Unwesen treiben! 

 

Wir geben zu schnell nach, 

Vereinigte Staaten. 

Langeweile und Angesichts 

uns, leben wir prompt, 

geplant und sehen, was kommt. 

Wir sind zu erwarten. 

 

Whirlpools haben alle. 

Geld her und noch ein Faß! 

Wir traben in die Falle: 

Schnelles Handeln, Geschäfte… 

Du siehst erst deine Schätze, 

wenn du sie verloren hast. 

 

Farewell 

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Baby Melancholie

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Anstatt dessen sitze ich hier 

Bis wahrscheinlich morgens um Vier, 

Begnüge mich mit Käsestangen 

Oder sonstigem… 

 

Bin müde und der Verzweiflung nahe. 

Prangen und Beten, Malen nach Zahlen. 

Die, die anders sein wollen, sehen. 

Ich bin momentan blind… 

 

Lachend über mein Ich, 

Kratzend in meinem Gesicht. 

Der Mückenstich macht mir zu Schaffen. 

Ich schaffe es nicht, nicht heute.

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Rhetorik

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Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnen die Deutschen. 

 

Wir sind nicht hypotroph! Nein, Das Gegenteil ist meistens der Fall. 

Das ist nicht peinlich. Nein, es soll vorkommen, dass man mal ein Wort nicht versteht. So ist das mit der Sprachgewandtheit. Ich wette mit dir, dass 98% der Leser nachschlagen werden. Hier ein Link, um den inneren Schweinehund leichter überwinden zu können. Definition zum Anklicken 

Überflutet wurden wir von Spannung und geplanter spielerischer Spontaneität und turbulenter Taktik. 

 

Was für ein Spiel!

Ich habe fertig. 

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Ein Appell

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Stell dich ins Dunkel. Bleib in der Ecke. Du weißt, dass sie alle nur so tun, als ob. Die Nacht ist dein Tag, der Mond dein Freund. Das alles erinnert dich an damals. So begann alles. 

 

Schick deine Leichen ein. Den Dreck, den du am stecken hast, wasch ihn ab und beginne von vorne. Deine Gefühle liegen tief begraben. Die tote Idee wäre am Ende zu wenig. Die Geheimnisse, die du für dich behält, sind bereit. Bist du bereit? 

Ich bin fertig mit meinen sinnvollen Sachen 

Bin fertig, gegen die Ignoranz zu klagen, dieser ganze Schutz. Wir leben zu sehr nach dem Gesetz. Denken, alles könnte uns schützen. Dem ist nicht so. 

Drehende Unendlichkeit, schwirrend um dich herum. Das Rad der Zeit rollt mich um, es hält nie an. Eine Ewigkeit lang. Alles ist wie immer. 

 

Und was ist, wenn ich sage, ich wäre anders? Was ist, wenn ich Abstand halte? 

Du spielst allen nur was vor. Machst überall mit. 

Was ist, würde ich mich nie ergeben? 

Würde ich kämpfen, gegen die Zeit, gegen die Massen, gegen dich, was geschehe? 

 

Mit der Zeit werden wir unermesslich. Unsere Seelen, unser Denken wird einzigartig und dementsprechend wertvoll. Ich bin auch nur eine weitere Seele zu verkaufen. Wie wir alle. Da kommt niemand herum. Diese Seite der Welt steht nun auf dem Kopf und schwarz auf weiß. Die Farbe ist leer, wahrscheinlich vertrocknet. Einigkeit herrscht. Wir sind nicht ewig. Nicht so beständig, wie wir scheinen. Nicht so dauerhaft, wie wir tun. 

 

Nein. Wir werden nicht immer da sein. Wir haben nur zeitweilig das Wort, sind befristet und notdürftig, ich will jedoch keine Hilfe. Ich lebe, was ich schaffe. Doch die meisten hören zu, anstatt ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. 

Alles wie immer. 

 

Ich bin anders. 

Eher Spontan. 

Ich werde mich nie ergeben. 

Ein Toast, auf die Freiheit! 

 

Ich bin der Gedanke in dir, der nach Freiheit schreit. Ich bin das unterdrückte „Hallo“ deiner Seele, die Stimme in deinem Kopf. Du bekämpfst mich, wenn auch unterbewusst. Ich bin das Gesicht, das dir gegenübersteht, gegen das du siegen willst und verlieren musst. Ich reflektiere mich in deinem Starren. Ich bin links und das ist mir recht, du eher engagiert. Ich bin der Feind, du dein Freund. Ich bin die Hand, die dich auf dem Boden halten wird. Auf die Knie. Denke mal an deine Gedanken. 

Wer bist du?

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Ballad of Cable hogue

Ballad of Cable hogue
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Ich lebte auf der Straw-Ranch, nähe Decota, einer kleinen Stadt im Westen. Dort hatte ich vor unzähligen Jahren mit Jack einen Hof errichtet. Für einen Duke oder einen anderen aus dem Adelsgesindel. Uns wurde der Auftrag erteilt, wir wurden bezahlt, konnten die Ranch jedoch nie übergeben. Das Greenhorn, M. Poscins war sein Name, wurde wahrscheinlich verjagt oder zog das pittoreske Leben der Stadt vor. Also beschlossen wir kurzerhand dort einzuziehen, und mit dem Geld einen Clan zu gründen. Wir schmissen das Baugeschäft nieder und anfangs machten wir uns nicht schlecht mit der Mexicol, unserem kleinen Investment. 

Nebenbei hielt ich den „Daily Poet“, der einem Schriftsteller aus der Stadt gehörte, mit meinen Werken aufrecht. Er wurde von wenigen Leuten gelesen. Die, die lesen konnten, genossen die Prosa und diejenigen, die es nicht taten beschäftigten wir in der Mine. Es war eine blühende Zeit. Die Sonne sank, wir lagen uns hin. Der Morgen graute, wir gingen voller Elan ans Werk. Jack in die Mine zu den sieben Angestellten und ich in die Stadt, um das Gold wiegen zu lassen. Ich schrieb nur an den Abenden und meine Artikel besserten sich von mal zu mal. Manchmal versuchte ich Jack das Lesen beizubringen. Er sah den Sinn nicht. Wir lachten. 

 

Die Jahre gingen ins Land und als unser Ruf und Erfolg hoch auf der Karriereleiter zu sein schienen, stürzte unser Gerüst langsam komplett ein. 

Mit der Mine ging es bergab. Das Gold wurde weniger, die Angestellten auch. Nicht nur sie. Wir waren nun Mitte 40, die Frauen interessierten sich immer weniger für uns. Damals, als wir noch Geld hatten, war das anders. Die Welt ist eine andere als zuvor. 

Unsere Wege trennten sich. Jack zog zurück in die Stadt, ich blieb auf dem Land. Nach der Insolvenz der Mexicol verkaufte ich den Hof, doch den Clan behielt ich. In ihm steckten zwanzig Jahre Leben. 

Ich wurde älter und konnte meine grauen Haare nicht mehr verstehen. Ich war nun 52. 

Mit dem bisschen, was uns übrig blieb, kaufte ich den „Daily Poet“. Ich war damals leidenschaftlicher Freizeitschriftsteller und erweckte so meine alten Gefallen wieder. 

Ich besuch hin und wieder die Mine und entdeckte etwas Gold, ließ das aufwiegen. Es ist war viel. Und ich hatte mehr Ausgaben als Einnahmen. Ein armer, einsamer Cowboy schenkte mir vor vierzig Jahren eine Gitarre. Sie hatte Risse und Beulen und einen besonderen Klang. Ich hatte beschlossen, jeden Abend etwas zu spielen. 

 

„I live out yonder where the snakes and scorpions run 

got myself a little goldmine to bank on…“ 

 

Eines Tages ging ich mal wieder in die Stadt, um Gold zu Geld zu machen. 

Ich war damals nie verliebt. Meine besten Jahre verbrachte ich unter der Erde anstatt den Nachwuchs zu fördern. Ich wusste nicht, ob es Liebe war. Elegant, in weiß gekleidet, verließ sie den Bücherladen, klappte ihren seidenen Sonnenschirm aus und spazierte über den Erdweg. Ich bin in den Laden hinein. Vieles war wie immer, obwohl ich seit fünf Jahren kein Geld keinen Bücherladen mehr betreten hatte. Colgins & Co hatte nichts umgeräumt. Links die paar Bestseller auf einem Teakholz-Tisch mit karierter Decke als Schutz, rechts in den Regalen, alphabetisch geordnet: die Romane und vorne die Theke. In der Mitte des schlichten Raumes stand ein Tisch. Mit Horoskopen. Davon hatte ich schon gehört. Es soll angeblich die Zukunft voraussagen. Obwohl ich nicht an Übersinnliches glaube, habe ich einen Blick riskiert. Ich würde neu leben und daraufhin sterben, stand dort. Ich verließ den Laden und ging mit der Dämmerung nach Hause. 

 

„but one day my heart sank when I saw Madame in town 

I knew her love would be the death of mine. 

L’amour passait, l’amour obsolète. 

Pourquoi perdre sa vie à chercher l’or d’un coeur? 

Je ne me noierai pas dans ce désert mystique. 

Je ferme mes comptes et je repars.“ 

 

Ich habe ihre Nachricht gelesen und versucht, zu verstehen. Der Bücherhändler verbrachte einige Jahre in Europa, davon vier in Frankreich und hat mir mit dem Übersetzen geholfen: 

Liebe vergeht, Liebe veraltet. 

Wieso ein Leben nach dem Gold eines Herzens schürfen? 

Ich werde in dieser mystischen Wüste nicht ertrinken. 

Ich schließe meine Konten und bin weg. 

 

Sie war also schon länger in der Stadt und würde bald gehen. Ich ging am selben Abend noch zu Jack. Wir rätselten über die Bedeutung des Horoskops. Er dachte, die Mine wäre wieder schöpfbar und während des Schürfens, stürzte sie ein. Ich dachte dasselbe. Wir sind, trotz unseres Alters, wieder in unsere alte Mine. Das erste Mal seit zehn Jahren. Wir legten einen hohen Wert auf Sicherheit. Errichteten mehr Stelzen und Stützen, als notwenig und gruben sehr behutsam. „Jetzt bloß nicht auf die Wand schlagen“, brüllte Jack vom Eingang zu mir her. Ich glaubte, ich solle los, richtig auf die Wand schlagen. Tat es und das Gerüst über mir stürzte ein. Mir ihm fünf Meter Schacht und ein Haufen Schotter über mir. Nach einigen Minuten des Schreckens hörte ich Jack rufen. Am frühen Abend war ich befreit und wir betraten die Mine erneut. Dicke Staubschwaden waberten durch den engen Pass. Das schimmernde Licht der Öllampe verhalf uns jedoch zu einer recht klaren Sicht. Es wurde hell. Das Licht reflektierte von überall und als wir etwas genauer hinsahen, entdeckten wir eine neue Ader. Die Mine war wieder in Betrieb. 

 

Am nächsten Tag machte ich mich auf die Suche nach dem Gold meines Herzens. Ich begann meine Recherche im Bücherladen und dort war sie auch. Sitzend auf einem der beiden Lektürestühle. Ich sprach sie an. Sie hatte einen starken französischen Akzent. Ich hatte vor Jahren mal eine französische Theateraufführung in Saloon gesehen. Sie floppte und die Truppe bekam ich nie wieder zu sehen. Wir redeten miteinander. Amélie. Ich erzählte ihr aus meinem Leben, beeindruckte sie mit Geschichten der Mine. 

 

„Nun, da ich alt geworden bin, suche ich nach Nachfolgern. Besonders Leute, denen ich vertrauen kann. Ich gebe dir mein Gold. Du bist jünger. Nimm es, ich komme bald nach. Ich muss noch etwas bei Jack bleiben. Er wird mich umbringen, wenn er erfährt, dass ich wegziehe. Ich werde bildlich sterben, um ein neues Leben zu beginnen. Das war es, was ich im Horoskop gelesen habe!“ 

 

„Do me a favor while I’m hanging here 

Take this gold and go and hide 

Ne gigote pas chéri sur ta corde pendue 

Don’t worry I’ll be free in no time.“ 

 

Ich kam nach. Zwei Monate später war ich in Frankreich angekommen. Sie holte mich am Hafen ab. Wo es war, habe ich vergessen. Sie zeigte mir die Stadt, die Wohnung, die sie mit dem Geld gekauft hat und stellte mich ihrem Ehemann vor. Ihm und ihren zwei Söhnen. Sie gab mir einen Kuss, ich nahm mir mein Herz und rannte davon. 

 

„She promised me she would be there when I’d return 

she didn’t say she’d have a whole army there as well 

she whispered, “J’taime Baby,” as she fired that gun at me. 

It’s getting late and I’m running out of time“ 

 

Bei meiner Wiederkehr holte mich niemand ab. Trotz Dutzenden Telegrammen nach Decota an Jack. Mein Weg war lang und die Zeit, die ich für den Heimweg benötigte, war die Ewigkeit. 

 

„I should’ve stayed way out yonder better off with the scorpions and snakes 

Every act which has no heart will be found out in the end 

I’m a little late this time, cause her love 

would be the death of mine, mine, all mine“ 

 

23 August 1861 

 

Musik von Calexico

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Sommer, Sonne, Fahrradfahren

Sommer, Sonne, Fahrradfahren
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Der Sommer ist die schönste Jahreszeit. Zumindest wenn die Sonne scheint. Man kann dann nämlich mit dem Fahrrad fahren. Ein schönes Gefährt und eine gute Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und zum Auto, was auch schon „Die Prinzen“ fanden und darüber sogar einen Song machten. Seit es gegen Ende des 17. Jahrhunderts erfunden wurde. nimmt seine Popularität stetig zu, vor Allem seit die Erderwärmung und der Klimawandel zu einem immer größeren Problem werden und viele Leute etwas dagegen tun wollen, indem sie beispielsweise den Wagen in der Garage lassen und auf das Fahrrad zurückgreifen. Dieses ist eine geniale Erfindung. Nur durch Muskelkraft betrieben kann es hohe Geschwindigkeiten erreichen. Es hat sich daraus sogar eine Sportart entwickelt, deren Image heute durch diverse Skandale leider etwas beschädigt ist, die aber privat auch ohne illegale Methoden sehr viel Spaß machen kann. Man kann mit einem Fahrrad fast überall hin- und durchkommen, man muss einfach nur hinaufsteigen, treten, fahren und wenn man Glück hat, wird es nicht geklaut. Es gibt wie bei vielen Dingen auch beim Fahrrad immer neue Moden und Trends. Zurzeit ist -zumindest in Frankreich- ein spezielles Modell, das wie eine Harley-Davidson ohne Motor aussieht, sehr gefragt. Ich weiß, dass zurzeit eher Fußball angesagt ist, aber benutzt doch einfach euer Fahrrad, wenn ihr das nächste Mal zum Public Viewing fahrt und genießt den Fahrtwind, der euch ins Gesicht flattert. An einem Fahrrad kann man schließlich auch eine Deutschlandfahne befestigen.

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