Wegen doofer Zwischenfälle, konnte ich Dich, lieber Blog, lange nicht auf dem Laufenden halten.
Der Umzug kommt voran. Stetig aber doch stets. Ich erzähle Dir mal etwas davon, was meinst Du?
Es ist nicht groß hier, dafür ist viel da.
Nun ja, wie Du dir sicherlich denken kannst, habe ich nun endlich wieder Internet und kann dich endlich wieder füttern.
Wieso ich so lange offline gewesen bin, hat auch einen, wenn auch schlichten Grund: Leitung war “aus” Wie, willst du wissen?
Es lief so:
Montagmorgen sollte ein Techniker antreten und ich dachte mir: “Wenn der kommt, dann zu spät und nicht heute..”
Er kam am nächsten Tag, und zu spät. Halb zwölf, anstatt zehn Uhr und ich hatte Hunger, und ab da begann meine Odyssee. Aber vorerst noch ein kleiner Blick in die Vergangenheit, was so während des Auszugs geschah.
Samstagmorgen, Altbau, vierter Stock, die alte Wohnung.
Ich betrete die Haupthalle über den Westflügel
Luft ist geschwängert mit Lügen
Man ist immer so alt wie man sich lügt
Da ist man dann besser dabei
Und jeder Satz beginnt mit eigentlich
Und endet nicht.
Aber ich schweife ab.
Samstagmorgen, Altbau, vierter Stock, die alte Wohnung.
Kisten en Masse warten auf einen Abtransport.
Es ging um halb vier endlich, nach einem ausgiebigem Mittagessen, los. Ich und mein Vater, mein Vater und ich und der Mietwagen sind losgecruised und gegen halb elf angekommen. Bei der Abfahrt zeigte das Navigationsgerät eine Ankunftszeit von halb zwölf nachts an. Kurz vor halb elf sind wir dann angetreten.
Wir hatten die Zeit überholt.
Weiter im Text. Hier die Suite.
Die letzen zwei Tage bin ich alleine im Haus geblieben. Bzw. der 140qm Wohnung des Hauses im Grünen.
Es ist gerade warm. Verdammt warm sogar.
Gestern war ich beim Bäcker. Ca. 600 Meter Laufen, bis zur Zivilisation und gegenüber sogar: Ein Ferrari-Händler
Neben dem Bäcker ist ein Kosmetikgeschäft und auf der anderen Seite ein kleiner, gemütlicher Kiosk, in dem ich bis jetzt nie gewesen bin, da es dort etwas modrig mufft. Mein heutiger Tag verlief relativ normal, mit der Ausnahme, dass es ab mittag heiß herging. Wörtlich.
Aufgestanden, Zähne nicht geputzt, da ich bis soeben weder Zahnbürste, noch Zahnpasta (Zahnpasta… Oder Zahnpaste? Zweites wäre “besser” Es sind ja keine Nudeln. Obwohl.. doch, durchaus.. aber das nur nebensächlich, ich schweife mal wieder ab…) gehabt habe.
Ich wartete auf den Techniker, habe gewartet, und gewartet und gegen zehn bekam ich Hunger. Zeit fürs Frühstück. Nur leider hatte ich heute nichts im Haus, ich müsste zum Bäcker, aber was ist, wenn der Telemann dann antanzt, wenn ich essen bin? Es wurde zehn nach Zehn. Viertel nach. Zwanzig nach… Ich begann, einige Kisten aus dem Wohnzimmer (1.Stock) in die dazugehörigen Zimmer zu bringen. 14 der Kisten waren beschriftet mit “Eltern”, und deren Zimmer ist im 3. Stock. Na toll. Ich habe sie hochgebracht. Alle! Und einige, ca. 12 davon waren verdammt schwer. Es ist nicht so, dass meine Eltern 14 Kisten für sich hätten, nein! 14 waren unten. Der Rest schon oben. Ich habe alle Betten aufgebaut, den Schrank meines Bruders (ansonsten ist in jedem Zimmer ein Wandschrank, eig. “coole” Idee. Beim Schrankschleppen schwitzt man ja, wird warm…)
Es wurde mit Ach und Krach und Müh und Not halb 12, der Typ kam. Bzw, rief mich an, er finde den Weg nicht. Ich bin nach vorne, was nicht so ein kurzer Weg ist, wie es das Wort beschreibt. Schlappe 150 Meter sind es bis zur Zufahrt auf die Hauptverkehrsstraße, auf der zwar selten Autos fahren, die jedoch extrem lang ist. Ach ja, ich wohne nun in Hausnummer 1224!
Er weg. Uhr zeigte halb eins, das Telefon eine unbekannte, mir zumindest, Nummer an. Das Telefonat mit einem Computer war angenehm. Ohne Widersprüche. Es ging um eine Internetverbindung. Nun ist es kurz vor eins gewesen.
Ich mag die Spiegelung der Luft
Und wenn die Sehnsucht nie verpufft
Den Glanz des Lebens in einem Tag
Ich mag den Zweifel der an mir nagt
Wenn meine Angst mich schnell verlässt
Ich mag den Tanz, das Idiotenfest
Wenn wir irren nachts im Kreis
Eine Bewegung gegen den Fleiß
All das mag ich, all das mag ich
Aber hier leben, nein danke!
Gegen halb zwei bin ich vor die Tür, Essen holen wollen. Die Hauptverkehrsstraße geradeaus, im Zickzack durch die Zeit. Mit Entsetzen stellte ich fest: Der Bäcker hat Dienstags geschlossen. Macht ja nichts, da ist ein Kiosk, vielleicht gibt es da Sandwitches oder so. Oh, auch zu. Danke, Tanke, du bist ja 2 Minuten weiter. (Mittlerweile bin ich fast einen km gelaufen) Kein Auto da. Ein Schild an der Einfahrt: Wegen Ausfalles geschlossen.
Nun ja, was verlaufen wird er ja, nur Tanken geht nicht. Bin rein und wurde herausgebeten. Nun ja, pling machte es, es gibt hier doch einen Supermarkt, das weiß ich, den hab ich gesehen, auf dem Weg irgendwo hin. (Ich habe einen sehr ausgeprägten Orientierungsinn und ein immenses Erinnerungsvermögen was die Geographie betrifft) Ferrarihändlerkreisverkehr links, Berg hoch. Nach einer Viertelstunde des mittlerweile gewesenen Trabens, und der Erschöpfung, die sich breit machte, wegen der 38° im Schatten, gab ich fast auf. Nun ja, dachte ich mir, wenn ich schon so weit oben bin, nutze ich die Situation mal aus, und erkunde den oberen Teil der Kleinstadt / des Großdorfs und nach 10 weiteren Minuten sah ich ein Schild, das einen Supermarkt deutete. Toll!
In die besagte Straße abgebogen, eine Horde Dorfdeppen erblickt. Irgendetwas, nicht koscheres, rauchend, gangsterten sie in der Ecke rum. Was sie von denen aus der Stadt unterscheidet: Stil und die fehlenden, lauten, Handylaute, Musik kann man es nicht nennen.
Ich ignorierte sie, bin vorbei, machte meine Musik, Tocotronic, lauter. Hi, Genialität!
Hi hörte ich auch von Kevin und Co, die sich sehr für den Neuen des Dorfes zu interessieren scheinen. Nun ja, nach einem fünf minütlichem Gespräch bin ich weiter, Richtung Supermarkt, der sich eher als Hypomarkt herausstellte, aber egal. Nun, wie soll ich sagen, der Laden war dicht. Es war nun bald halb drei und ich hatte noch nicht gefrühstückt. Der Hunger legte sich nach und nach und allmählich begann die Verzweiflung mich zu quälen. Ich bin also den Berg wieder hinab, an der Truppe Grufties vorbei und nach unten. Am Kreisverkehr sah ich ein Schild. bzw. sah es vom Kreisel aus. Das Schild lag weit entfernt. nach einem 15 minütlichem Trip sah ich einige Schilder und so, es waren aber Straßen- und Busschilder.
Auf dem Boden ein Prospekt. Vom Supermarkt. Ich hob es lachend auf, wendete es, las es, auf dem Weg nach dem neuen Zuhause, ausgiebig und erblickte eine Angabe über die Öffnungszeiten des selbigen. Mittagspause von 12:00 bis 15:00
Nun, ich bin also wieder den ganzen Berg rauf, die Styler hatten einen Lütten in der Mangel. Ich trat dazu, verfolgte das etwas und trat erneut, nun dazwischen. Sie, pardon, verarschten ihn. Der kleine Rumäne, der kaum Französisch sprach/verstand, kapierte das nur nicht, bis ich ihm das erklärte. Er wollte, wie ich, zum Supermarkt. Ich sagte ihm, er öffne in 10 Minuten und ginge mit ihm hin.
Was mich überraschte, die Jugendlichen fanden das gut, dass ich dazwischen gegangen bin. Einer von denen, so nen laufender Meter, der einzige Antipathist, fragte ob ich mich jetzt wohl für cool hielte. Ich konterte nach einem Blick nach unten auf seine blond/schwarz gefärbte Frisur, sagend:
“Nicht jeder Respekt gegenüber jemandem wird mit Aversion bestraft. Tut mir leid, aber cooler bin ich jetzt nicht.”
Der Kleine, sprudelnd vor Euphorie trat hinter mich.
Tja, dann rein, wat zu Essen holen. Der Junge wollte Eis und deutete auf einige Packungen und dann den Preis, mir einer selbstverständlichen Einfachheit verstand ich ihn. Er wollte Eis, hatte zu wenig Geld. Im Nachhinein erfuhr ich, dass er seit einem Tag im Ort ist und im Wohnwagen logiert.
Knapp zwei Euro hatte er bei sich. Ich zehn und gab ihm drei ab. Sollte man das? Nun ja, er tat mir leid, und es war wirklich warm. Nach dem Verlassen des Ladens suchte er in der Mülltonne nach einer Tüte. Ich verabschiedete mich flüchtig, er rief ein “Danke” hinterher.
Zuhause angekommen verabschiedete sich das Internet und kam soeben wieder.
Das war’s an erwähnungswürdigen Gegebenheiten.
Für heute.