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Ich will Antworten. Ich habe ein Recht darauf.
Wieso?
Wieso ich mit einem Rückblick beginne?
Haha. Nur Du weißt, wofür das hier steht, dieser Text. Er ist für Dich. Jeder könnte es lesen, jederkönnte diesen Brief von der Fußmatte stehlen und ansehen, doch niemand wird es verstehen. Weißt Du was? Ich verstehe es selbst nicht. Ich kann es mir denken, diese Freiheit hast Du mir wiedergegeben, nachdem ich lange gebettelt hatte. Ja, ich werfe Dir viel vor. Ich kam zuerst und gehe zuletzt. Alles bloß Gemälde in den Gedankengallerie meiner Zeit. Ich habe Tage damit verbracht, Dein Handeln zu entschuldigen, für Dich. Ich habe es nicht verstanden.
Ich sehe mich um, es ist überall das selbe. Überall Liebe. Auch bei Dir? Jedes Piano spielt im Moment das gleiche Lied. Ich habe wohl die falschen Noten gehabt. Habe nicht gelernt. Verspiele mich. Ich bin wohl nur ein Gast hier. Bleibe im Hintergrund. Das wollte ich nie. Aber was man nicht bekommt, das will man bekanntlich haben, selbst wenn man dabei sein Herz verliert. Ich habe verloren. Ich strecke mehr und mehr meine Fühler nach Dir aus und irgendwann, da war ich mir sicher, würde ich erwachen und das alles vergessen.
Das hat sich alles überhaupt nicht so entwickelt… Vollkommen anders. Wir waren die Herrscher der Schwingung, und das als Unerfahrene im Gebiet der Liebe. Wir waren zusammen. Wir waren ein Paar.Jeweils. Du für Dich, ich auch. Du bist gegangen, ich kam mit, ich ging runter, oder auch nicht, ich wurde zu Deinem Schatten, Deinen Konturen, und ging nach der Schule wieder.
- Millionen Legionen Die Fantastischen Vier
Ich fragte mich jeden Tag auf ein Neues, was ich wohl falsch machte. Du weißt, dass ich das hier nur für Dich schreibe. Nur Du kennst die Wahrheit. Du und ich. Vermutlich ist das das Einzige, was wirgemeinsam haben. Ich denk immer wieder daran, dass einem nach Allem nichts bleibt, als die Liebe. Haha. Ich liebe Dich immer noch. Uns trennen hunderte Kilometer, doch das ist nicht das Problem: Und trennt gewissermaßen auch das Leben. Du und Deine Ideen, Dein Sein, Deine Wahrheit. Ich und meine Ideen, ein kaputtes Ego, meine Wahrheit. Manchmal liege ich stundenlang wach und denke anDich, uns. In diesen Nächten denke ich nicht eine Sekunde an mich. Mir wurde nur zu spät klar, dass ich anders geworden bin, und das kam mit der Erkenntnis. Ich dachte, alles wäre vorbei und ich könnte endlich mein Leben leben. Und dann schriebst Du mir um zwei Uhr morgens SMS, dass ich Dir viel bedeute. Es tat weh. Aber mich ohne Dich zu spüren ist viel schlimmer. Wie wollte ich Dich sovergessen? Wie sollte ich das alles so verarbeiten? Du sagtest mir nichts. Du antwortetest nicht.
Ich habe Dich nie hassen können und missachtete mich dafür. Verschonte mich nicht. Das war richtig. Das sehe ich im Nachhinein ein. Jetzt.
Wenn Du mir eins beigebracht hast, nach all den Jahren, war das Anpassen, die Geduld, in der ich fast eingegangen bin. Wir treffen uns um Tränen zu zählen, im Rinnsal des Lebens. Ich war eine Puppe. Gesucht, nichts gefunden, Du zeigtest mir den falschen Weg, den ich mit Dir ging und ich wusste nicht, ob es richtig war. Im Zweifel kam ich mit. Verlernte mich. Klar, alles ändert sich mit der Zeit. Aber das Wichtigste, was Du mir beigebracht hast, ist Folgendes:
Es kommen immer Zeiten des Gehens und Zeiten des Stockens, meistens sind es innere Stimmen, die dich daran hindern nach links auf die rechte Bahn zu gelangen: Die Welt dreht sich immer weiter. All diese verdammten Gedanken verfluchen mich, ich kann ihnen nicht entfliehen, konnte Dir nicht entfliehen. Jetzt ist der Weg vor mir offen, ich könnte endlich gehen, endlich.
Ich ging.
Ich bin umgezogen.
Es wurde schlimmer.
Und dann, mit einem Schlag, war es vorbei. Die Wahrheit ist trocken. Und ich habe sie dann docheingesehen. Akzeptiert. Ich entfernte mich von meinen Zielen und schaltete meine Gefühle ab. Einen Augenblick Dir in die Augen blicken bedeutete mir viel. Ich hatte Angst. Mein Leben knallte auf den Boden und zersprang.
Ich wäre infantil, sagtest Du. Ich war naiv. Ja, das weiß ich jetzt. Ich weiß auch, dass ich immer noch naiv bin. Glaube, dass hiermit alles besser wird, für mich. Ich denke nicht mehr daran, ob Dir das hiergefällt. Es ist mir egal. Ich habe es zwar in der Hand, aber irgendwann stockt es doch. Ich kann doch nicht ewig alles für mich behalten. Bei jeden Wort von Dir kommt alles wieder hoch. Viele Jahre. Du warst mein Leben lang ein Geschenk. Ich habe das Paket nie geöffnet. Habe es liegen lassen. Ich hatte meine Gedanken enthüllt und sie mit Hoffnung gefüllt. ich konnte sie nicht wegwerfen. Ichführte mein Leben nicht an. Du warst es und ich hielte es für richtig. Für Liebe. Für mich.
Infantil… Ist es nicht kindisch, sich zu ändern?
Jetzt bin ich anders. Ich bin so manches mal gefallen, blieb liegen, dachte Du würdest mir helfen. Du ignoriertest mich, lachtest, und ich dachte, dass sei Hilfe gewesen, dankte. Jetzt weiß ich, dass das Leben ein einziger Fluss ist, falls irgendwann Schluss ist, dieser Gedanke auch stirbt, wie eine nie-endende Idee, ändere ich meine Sicht. Ich. Mein Vertrauen gegenüber meinem Gegenüber ist drastischgesunken. Ich spüre die Wahrheit nun. Und weiß, was gelogen ist. Das habe ich Dir zu verdanken.
Ich hätte damals jetzt auch noch „Danke, ohne Dich, blablabla…“ geschrieben. Heute sehe ich, dass es mein Verdienst war. Ich bin an Dir hängengeblieben und las auf, was Du fallen ließest. Deine Liebe an mich war wohl nur geträumt.
„Und wenn die Welt mal wieder schwer auf Deinen Schultern liegt, Dein Leben leer Dich nur nach untern zieht, wenn Dir mal alles um die Ohren fliegt, erinner’ Dich, dass niemand hier verloren ist, und Du aus Liebe geboren bist!“
- Neophytha Thomas D.
Das hier ist alles überhaupt nicht strukturiert. Wie auch? Ich kann das alles nicht ordnen. Ichverstehe es selbst nicht. Ich wollte all die Jahre eine Erklärung. Ein Miteinander vor allem. Irreale Gedankenströme, die mich durchflossen. Ich bekam Deine Nachrichten, Nachts, solle Dich nichtvergessen. Haha. Ich habe alles verflucht, und Wege gesucht. Alles uminterpretiert, alles gedichtet.
Ich will mir nicht vorstellen, was wäre, wenn wir uns nicht kennengelernt hätten. Ich will wissen, waswäre, wenn wir zusammen gewesen wären. Ich hatte das Gefühl, dass wir es waren. Gewissermaßen. Ich dachte, Du würdest mich lieben. Ich wusste, dass ich mich irrte. Hörte nicht auf mich. Hoffte, ich läge falsch.
Ich habe eine bitte an Dich. Nach allem, was ich getan habe, ertragen habe, mit mir lassen machen habe, habe ich eine Bitte an Dich. Du weißt, ich habe Dich nie um was gebeten:
Sei ehrlich und erklär mir, was in Dir vorging.
Du sagtest, Du könnest es nicht erklären.
Du bist verantwortlich für das, was Du nicht tust.
Bitte.
Und dann schreibst Du mir heute…
Vielleicht weißt Du gerade nicht, was das soll. Überleg doch mal, wie es sonst immer war: Ich schrieb’zurück, wir redeten zwei Stunden, vier Stunden, die ganze Nacht, und Du kamst zum Schluss, dass es keinen Sinn hätte. Und immer wenn ich etwas vorschlug, einen diplomatischen Zweig wählte, schriebst Du nicht mehr zurück. Ich konnte Dich auch schlecht darauf ansprechen.
Sag mir, wie ich glauben soll, dass alles toll und schön und streitlos und wertvoll und erträglich ist, dass sich die Welt weiterdreht.
Bitte.
Und bitte, denk zurück.
Sonst wird das nichts.
Du weißt, dass ich Dich nie vergessen werde. Es war schwierig meine Liebe von Dir wegzukriegen, ich zerrte zu stark und jetzt ist er aus, der Traum. Ich träume nicht mehr von Dir. Jedenfalls seitlangem nicht mehr. Ich machte mir keine Gedanken mehr. Bis heute. Du hast angefangen, mit ’nemAndern dein Verlangen zu stillen? Ich hoffe, dass wenigstens Du Dir nicht großartig viele Gedanken machst. Hier hast Du einen Text, der Dir zeigt, dass ich Dich noch liebe. Irgendwo in mir drin.
Das hier ist ein kein infantiler Liebesbrief.
Nein.
Ich war ertrunken, am Boden zerstört und Dich zu sehen hat mich wieder zum Leben erweckt.
Ja.
Das war. Ich führe nun mein Leben. Du bist jedoch Teil meines Lebens.
Und zum Beweis schreibe ich deinen Bestandteil nieder.
Hier ist er. Ein etwas anderer Liebesbrief.
Einer, in dem sich nichts auf ein „Ich liebe Dich“ reimt.
Einer, den ausser Dir niemand versteht.
Haha.
Aber weißt Du was? Ich war kaputt. Baute mich neu auf und stecke nun voll mit Selbstbewusstsein. Ich schrieb „ich liebe dich“ und ich liebe Dich, je mehr ich daran denke.
Du hast mir nie gesagt, was Du wirklich wolltest. Du sagtest, Du wollest keine Beziehung, begründetest es damit, zu schüchtern zu sein. Ich wiederhole mich, ja. Du sagtest in drei Jahren auch nicht viel. Wir haben nie wirklich miteinander geredet. Bis auf die drei, vier Mal auf MSN. Wir haben so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnten. Wir haben uns jedoch nie hingesetzt und gemeinsam etwas richtig gemacht. Mit den Jahren bin ich älter geworden, habe viel gelernt und bin viel sicherer. Selbstbewusster. Nur in der Liebe nicht. Wie auch, wenn ich meine prägendsten Jahre in Dich investiert habe. Gewissermaßen. Ich weiß nicht, ob ich etwas Neues anfangen sollte, bzw. überhaupt was anzufangen. Was ist, wenn ich Dich besuche und wir uns küssen? Oder wenn ich Dich besuche und wir uns nicht küssen können?
Meine Welt dreht sich weiter. Sag mir, was Du willst!
Ich hielte meine Welt für Dich an, jeden Augenblick.
Ich habe keine Lust, eine Liebeserklärung zu schreiben.
Es ist gleich zwei Uhr. Alles schläft.
Das hier geht an Dich. So wahr wie verschieden sind, sind wir Eins.
Es dauert wohl ein, zwei Tage, bis ich das wieder in mir versteckt habe.
Bei so etwas wäre ich früher auf einem Riff gelandet. Es hätte mich zerfetzt.
Ich berichte Dir, falls ich heute Nacht von Dir träume.
Ich will nicht schlafen. Ich bin hellwach.
Doch ich bin gespannt, was ich mir ausdenke.
Erst noch einmal raus. Eine Runde drehen, Kopf klar machen. Kälte spüren. Einen Nachtflug machen und meine Welt betrachten, Musik ins Ohr und raus. Raus, an die Luft, den Wind wehen hören im Rennen, Atem dampfen sehen, Kind sein.
Ich glaube, liebe Dich immer noch.
Irgendwie.