Haiti0
So. Haiti Leute: “Es sieht wohl so aus (Überraschung), dass Geld allein nicht das Problem ist und dieses auch nicht lösen kann. In Haiti gibt es offensichtlich große Schwierigkeiten, aus den Millionen wirklich sinnvolle Hilfe zu machen. Bei vergangenen Katastrophen hat es dazu geführt, dass zweckgebundene Spenden bis heute nicht ausgegeben werden konnten.”
2004 kam die große Tsunami-Katastrophe auf. Laut einigen Quellen, konnten erst knapp über 80% der Spenden ausgegeben werden. Es ist nämlich generell so, dass Menschen gerne zweckgebunden spenden, und sogar viel, was ich nicht schlechtwerden will, im Gegenteil: Spenden ist lobenswert. Aber ist es nicht viel besser, monatlich 20€ nach Kenya (oder wo auch immer) zu senden als darauf zu warten, dass ein Meteorit einschlägt und es Blut, Schweiß und Geld regnet? Ich meine ja folgendes: Durch das regelmäßige Spenden haben die dortigen Menschen genug Ressourcen um ein adäquates Verteidigungssystem zu konzipieren und zu errichten (den Bau von Deichen, Anschaffung von Seismographen und besser gestützte Häuser, Isolierung, etc, etc). Ausserdem erreicht man dadurch, dass schnelleres Handeln im Falle des Falles eintreffen wird. Wartet man jedoch auf die Apokalypse, wartet man darauf, dass alles zerstört ist, wartet man darauf, dass nichts mehr bleibt, kommt es einem doch so vor, als würden die Stützen nun helfen. Tun sie ja auch, aber. Man ist ja verdammt enthusiastisch, Haiti möglichst viel zu spenden. Und es ist ja auch gut so, dass Spreeblick jetzt fast 25.000€ zusammen hat, aber ich bleibe dabei: Regelmäßig spenden ist hilfreicher. “Vor dem Hintergrund eines wirklich bitterarmen 10-Millionen-Volkes sind die Ängste, dass am Ende zu viel Hilfe zusammen kommen könnte, pardon, übertrieben.”
Klar, ihr seid jetzt alle so “Ja, stimmt, ist ja so, mach ich demnächst.”
Aber dann gibt’s ja noch die Partei, die nie spendet, weil sie findet, dass sowieso alle da korrupt sind und das Geld nur für Drogen, Sex und Waffen ausgegeben wird. Man sollte gut darauf achten, wem man das Geld zukommen lässt. Es ist wichtig, dass die Hilforganisation sich bereits ein Bild des Geschehens vor Ort gemacht hat (und zwar vor der Katastrophe) und ihr die Sitten der Leute bekannt sind. Diese besagte Partei sollte man jedoch ganz und gar nicht auslachen, nein. Sie haben insofern recht, dass humane Hilfe quasi sowieso nicht geboten wird, und selbst wenn, dann nur von den wenigsten Organisationen und selbst dort nur die wenigsten Hilfskräfte.
Vor lauter Arbeit karren sie die Leichen in Port-au-Prince im Dutzend von der Lastwagenladefläche in verschlingende Flammengruben. Massengräber sprießen, aus Angst vor Seuchen aus Infektionen der Leichen, aus dem Boden, so rapide wie sonst nur der Dow Jones fällt. Laut der UNO die schlimmste Katastrophe ihrer Laufbahn. ”Wir haben jeden Respekt vor den Toten verloren.”
Hilfe ist also nötig, aber nicht (immer) nur unter Form von Geld. Medikamente, Zelte, Hilfskräfte, Nahrung, Hoffnung, sind alles Dinge, die auch die größten Skeptiker als lebensnotwendig nach solchen Katastrophen einsehen können. Und wieso nich mal selbst hinfliegen, mit anpacken. Schadet ja nich.








